Das szenische und erlebnisorientierte Arbeiten kann helfen, bisher verborgenen Beweggründen auf die Spur zu kommen, die eigene Perspektive zu erweitern und Schritte zur Veränderung zu entwickeln.                                                   

 

Im Verlaufe unserer Biografie erwerben wir uns eine Vielzahl von Rollen. In der konkreten Situation greifen wir aber häufig nicht auf die zielführenden Rollen zurück. Was ist passiert? Jacob Levy Moreno, der Begründer des Psychodramas, war der Auffassung, dass jeder Mensch nur in einer eingeschränkten Zahl von Rollen agiert, während eine Vielzahl von möglichen, konstruktiveren Verhaltensweisen ungenutzt bleiben. 

Wenn der Mensch nur eine beschränkte Anzahl Rollen nutzen kann, hat dies notwendigerweise Auswirkungen auf sein äußeres Leben. Seine sozialen Beziehungen leiden, seine Kompetenzen bleiben beschränkt, seine Ressourcen ungenutzt, und Konflikte entstehen.

 

Im Psychodrama wird diese gelebte Rollenarmut durch kreatives und spontanes Handeln abgebaut. Im dramatischen Spiel werden andere Rollen gefunden und eingeübt. Dadurch erweitert sich das jeweilige Rollenrepertoire und die Eigenregie wird. Dabei geht es nicht um vorgefertigte Lösungen, sondern um individuelle, erste Schritte, um auf neue Situationen angemessen zu reagieren oder alt Bekanntes anders zu meistern.